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61. ADAC Rallye Erzgebirge (DRM) 2026

DRM - Nachbericht

++ Plauener gewinnt ADAC Rallye Erzgebirge mit großem Vorsprung ++ Julius Tannert fährt nach starker Aufholjagd noch auf das Podium ++ Tausende von Zuschauern feiern Rallye-Spektakel in Sachsen ++


Perfekter DRM-Auftakt für Philip Geipel. Der Lokalmatador aus Plauen gewann zum dritten Mal die ADAC Rallye Erzgebirge und fuhr bei seinem „Erze“-Hattrick teilweise wie entfesselt. Geipel und Co-Pilotin Jennifer Lerch hatten am Freitagabend im Toyota GR Yaris Rally2 nach dem Gewinn der letzten Tageswertung die Führung übernommen. Am finalen Samstag wurde diese mit teilweise beeindruckenden Bestzeiten weiter ausgebaut. Nach zwölf Wertungsprüfungen hatte das Fahrer-Duo einen Vorsprung von 52,6 Sekunden vor dem achtmaligen tschechischen Rallye-Meister Václav Pech, der als Gaststarter jedoch nicht für das DRM-Klassement gewertet wurde.


Foto: ADAC Motorsport

Philip Geipel: „Ich fahre immer nach Gefühl. Klappt es, ist es gut, wenn nicht, kann man halt nichts machen. Diesmal lief es perfekt und Jenny hat einen tollen Job gemacht. Wir haben die Rallye genossen, sind aber gefahren, was geht und haben den Vorsprung nicht verwaltet. Die fantastischen Fans haben uns getragen.“ Die Fernsehzuschauer können am Sonntag bei n-tv in der Sendung „PS – DRM Deutsche Rallye-Meisterschaft“ um 12:15 Uhr und in einer Wiederholung um 19:15 Uhr die tolle Atmosphäre im Erzgebirge am TV miterleben.


Foto: ADAC Motorsport

Julius Tannert überzeugte bei seinem ersten DRM-Einsatz im Porsche 911 Rally GT mit großem Kampfgeist. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte er mit Beifahrer Pirmin Winklhofer einen großen Rückstand wett und beendete den ersten Saisonlauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft auf Platz zwei. „Wir haben am Freitag mit unserem Heckantrieb im Schotter viel Zeit verloren, am Samstag auf Asphalt mit drei Bestzeiten aber gezeigt, was mit dem Porsche geht. Vor allem bei mir gibt es noch Luft nach oben. Ich muss mich daran gewöhnen, dass im oberen Geschwindigkeitsbereich alles etwas schneller geht. Aber das wird mit der Zeit kommen“, erklärte der Zwickauer. Das Fahrer-Duo Chris Gropengiesser und Lisa Kiefer (Škoda Fabia RS Rally2) fuhr an beiden Tagen konstant schnelle Zeiten und belohnte sich mit dem dritten Rang. Carsten Mohe und Andrea Lieber legten als Vierte ebenfalls ein überzeugendes Debüt im Porsche 911 Rally GT hin.

Die DRM3-Wertung ging an Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3, die sich gegen Leonard Weiss / Nick Hainke (Ford Fiesta Rally3) durchsetzten. Timo Weigert: „Wir haben sofort unseren Rhythmus gefunden und am Freitag einen Vorsprung herausgefahren. Den haben wir am Sonnabend mit einer sauberen Fahrt verteidigt.“


Foto: ADAC Motorsport

Pusch feiert ersten „Erze“-Sieg / Karl Otto und Anna Niebäumer gewinnen DRM Junior Wertung


Einen Rallye-Krimi bot die Klasse DRM4, bis zur letzten Sekunde wurde um den Sieg gefightet. Lange Zeit lagen Patrick Pusch und Tilmann Bößert im Opel Corsa Rally4 auf Position eins, fielen jedoch nach der vorletzten Wertungsprüfung auf Rang zwei zurück. Mit einem Kraftakt holten sich die Opel-Piloten in der finalen 12. WP die Führung zurück und gewannen mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Sekunden. „In der letzten WP gab es nur volle Attacke. Wir haben die ganze Zeit geführt und wussten, der Speed ist da. Und wir sind da, um zu gewinnen. Das hat, wenn auch äußerst knapp, geklappt und zu meinem ersten Sieg bei der „Erze“ geführt“, freute sich Patrick Pusch. Die knapp geschlagenen Markenkollegen Kilian Nierenz und Milena Raithel waren trotz des minimalen Rückstandes mehr als zufrieden. Kilian Nierenz: „Das war unser erster Start in der DRM und wir mussten uns erst zurechtfinden. Ziel war es, um Platz fünf anzukommen und den Rückstand auf eine halbe Minute zu begrenzen. Jetzt sind wir mit dem Abstand von 0,2 Sekunden hinter dem Sieger Zweiter geworden. Das ist ein toller Erfolg.“

Die in dieser Saison neu geschaffene Wertung DRM Junior für Fahrer, die ab dem 1. Januar 2001 geboren sind und in den RC2 bis RC6 an den Start gehen können, gewannen Karl Otto und Anna Niebäumer im Opel Corsa Rally4 vor Yves Volte und Fabian Peter (Peugeot 208 Rally4). „Ein schöner Erfolg, obwohl wir viele Probleme hatten. Die Gegensprechanlage ist teilweise ausgefallen, zum Schluss kam noch ein High-Speed-Dreher auf Schotter dazu. Aber es war eine Mega-Rallye und hat vor diesen unglaublichen Fans viel Spaß gemacht,“ so Karl Otto Niebäumer.
Bei den Routiniers in der DRM Classic fuhr Walter Gromöller mit Beifahrer René Meier im Opel Ascona 400 einen weiteren Erfolg ein. Andreas Dahms und Paul Schubert sicherten sich im Porsche 911 Platz zwei.


Foto: ADAC Motorsport

Publikumsmagnet Erzgebirge – Fans und Zuschauer machen DRM-Auftakt zum Rallye-Fest


Von Beginn an zeigten die Zuschauer bei der ADAC Rallye Erzgebirge genau so viel Einsatz wie Fahrer und Teams. Beim Showstart am Freitag auf dem Marktplatz in Stollberg schickten zahlreiche Fans die Fahrer auf die ersten Wertungsprüfungen. Auf den neuen Rundkursen Neukirchen und Waschleithe feuerten sie die Piloten an und sorgten auf den Abschnitten im Erzgebirge für eine stimmungsvolle Kulisse. Die Fahrer revanchierten sich bei den Zuschauern mit spektakulärem Rallye-Sport auf Asphalt, Schotter, Kopfsteinpflaster oder Betonplatten und wurden am Samstagabend bei der Ehrung auf dem Marktplatz Stollberg ein letztes Mal gefeiert.

Zeitplan

WP / SS Name der Prüfung Länge in km Start 1.Fzg. Details
Freitag 27.03.26
WP 1 Amtsberg 1 8,75 km 18:03 Uhr
WP 2 RK Neukirchen 1 8,05 km 18:51 Uhr
WP 3 Amtsberg 2 8,75 km 20:53 Uhr
WP 4 RK Neukirchen 2 8,05 km 21:41 Uhr
Samstag 28.03.26
WP 5 Wilbach 1 7,88 km 08:35 Uhr
WP 6 RK Waschleithe 1 10,33 km 09:20 Uhr
WP 7 Wildbach 2 7,88 km 11:43 Uhr
WP 8 RK Waschleithe 2 10,33 km 12:28 Uhr
WP 9 Wiesa 1 6,41 km 14:58 Uhr
WP 10 Mildenau 1 14,63 km 15:23 Uhr
WP 11 Wiesa 2 6,41 km 17:01 Uhr
WP 12 Mildenau 2 14,63 km 17:26 Uhr
Gesamt WP-km: 112,14 ;   Ziel Markt Stollberg 1.Fzg. 18:46 Uhr

DRM - Vorbericht

Die Deutsche Rallye-Meisterschaft startet auch 2026 in Sachsen. Am 27./28. März ist die 61. Auflage der ADAC Rallye Erzgebirge erster Tourstopp der DRM. 60 Teams sind am Start, darunter internationale Fahrer-Duos aus Tschechien, Dänemark und Finnland. Zentrum des Rallye-Spektakels ist die Stadt Stollberg. Von dort aus gehen die Teilnehmer auf Zeitenjagd und kämpfen auf zwölf Wertungsprüfungen um Siege, Punkte und Platzierungen. Insgesamt umfasst der DRM-Tourkalender sieben Läufe. Maximal sechs davon dürfen für die Punktevergabe nominiert werden - die besten fünf Resultate zählen für die Gesamtwertung.


Foto: Lukas Chum

Philip Geipel hat die ADAC Rallye Erzgebirge bereits zweimal gewonnen. Zusammen mit Beifahrerin Jennifer Lerch peilt der Vizemeister von 2025 im Toyota GR Yaris Rally2 den dritten „Erze”-Triumph an. „Wir wollen gewinnen, aber mindestens fünf andere Teams haben ebenso große Siegchancen, dazu zählt der Gaststarter und mehrfache tschechische Rallye-Meister Václav Pech. Auch die Porsche 911 Rally GT gehören aufgrund ihrer deutlich höheren Motorleistung zu den Favoriten, müssen diese allerdings erst einmal auf die Straße bringen”, erklärt Geipel, der im knapp 60 Kilometer von Stollberg entfernten Plauen zu Hause ist.


Foto: Team Motopark

Einer seiner größten Konkurrenten ist Julius Tannert. Der zweimalige „Erze”-Gewinner geht zusammen mit Co-Pilot Pirmin Winklhofer im Porsche 911 Rally GT an den Start, auf dessen DRM-Debüt die Fans gespannt warten. „Wir haben mit dem neuen Fahrzeug viel getestet, wissen aber nicht genau, wo wir stehen”, so der Lokalmatador aus Zwickau. „Wir haben mehr Leistung, andere Fahrzeuge dagegen den Vorteil des Allradantriebs. Ziel ist es, bei unserer Heimveranstaltung den vielen Fans eine tolle Show zu bieten und der beste Porsche zu werden.”


Foto: ADAC Motorsport

Gute Siegchancen haben Tannerts Markenkollegen Carsten Mohe und Andrea Lieber aus Crottendorf, die im vergangenen Jahr die DRM3-Wertung gewinnen konnten. Gleiches gilt für den Deutschen Rallye-Meister von 2012, Mark Wallenwein, der von Dennis Zenz im Porsche 911 Rally GT unterstützt wird. Auch Björn Satorius will bei seinem DRM-Comeback zusammen mit Nico Otterbach im Toyota GR Yaris Rally2 vorn mitmischen.

In der DRM3 werden nach dem Aufstieg des erfolgreichen Duos Mohe / Lieber in die Top-Liga die Karten neu gemischt. Um den Sieg in Sachsen kämpfen Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 sowie die Fahrerkombination Leonard Weiss und Nick Hainke (Ford Fiesta Rally3).


Foto: ADAC Motorsport

In der Klasse DRM4 wollen Patrick Pusch und Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) aus Wittenberg zu Saisonbeginn ein starkes Zeichen setzen. „Unser Ziel ist es, im Erzgebirge auf das Podium zu fahren und auch am Ende des Jahres in der Gesamtwertung auf dem zu Treppchen stehen”, gibt Pusch die Marschroute vor. „Mit rund 112 Wertungskilometern ist das allerdings die kürzeste ‚Erze‘, die ich je gefahren bin. Ich mag die Passagen mit dem aufgebrochenen Asphalt und freue mich, dass es endlich losgeht.” Mit Tom Kässer ist der Gewinner der RC4-Wertung aus dem Jahr 2024, damals noch DRM2 genannt, wieder mit dabei. „Wir sind top vorbereitet und haben 2024 beim letzten Start im Erzgebirge die RC4-Wertung gewonnen. Die Strecken sind anspruchsvoll, und man muss sich auf wechselnde Bedingungen einstellen. Wir setzen aber nicht so sehr auf Einzelsiege, sondern fahren immer mit Blick auf die Meisterschaft,” verrät Kässer, der mit Co-Pilotin Sarah Pfaff im Cockpit eines Peugeot 208 Rally4 sitzt.

Andreas Dahms und Paul Schubert greifen wieder mit ihrem Kult-Porsche 911 in der DRM Classic an. Dahms: „Unser Porsche 996 GT3 ist wegen fehlender Ersatzteile nicht rechtzeitig zum DRM-Start fertig geworden. Deshalb setzen wir auf unseren grünen Neunelfer, in den wir ein paar Finessen eingebaut haben.” Auch Axel Schütt und Klaus Finke im Ford Escort RS 2000 rechnen sich einen Spitzenplatz in Sachsen aus.


Foto: ADAC Motorsport

Schnellster Pilot bei den DRM Nationals im Erzgebirge war 2025 Walter Gromöller im Opel Ascona 400. „Diesen Erfolg zu wiederholen, wird schwer. Da sind wesentlich schnellere Fahrzeuge unterwegs, aber die müssen genauso wie ich und mein Beifahrer René Meier erst einmal ins Ziel kommen. Ich will meine Klasse NC2 gewinnen und in meinem vermutlich letzten DRM-Jahr einfach nur Spaß haben”, sagt der Routinier. Zu den Favoriten zählen unter anderem Ruben Zeltner, DRM-Champion von 2014 und 2015, und Thomas Windisch im Porsche 996 GT3, die in der Leistungsklasse NC1 starten.


Foto: ADAC Motorsport

Tarek Hamadeh-Spaniol, Gesamtsieger der Breitensportserie 2025, sitzt zum ersten Mal am Steuer eines Citroën C2 R2 Max. Der Saarbrücker: „Das neue Fahrzeug hat ein sequentielles Getriebe, mehr Leistung und eine bessere Fahrdynamik. Man muss sich daran gewöhnen, links zu bremsen, zudem ist das Fahren allein durch die schwergängige Schaltung deutlich anstrengender. Ich bin zum ersten Mal in der NC3-Wertung dabei und möchte meinen Titel verteidigen. Ein gutes Abschneiden im Erzgebirge ist, zusammen mit Beifahrer Henry Wichura, ein erster wichtiger Schritt.”

Die Breitensportserie DRM Nationals ist aufgrund der unterschiedlichen Fahrzeuge in verschiedene Leistungsklassen (NC0 – NC9) eingeteilt, in denen je nach Platzierung Punkte vergeben werden. Diese Zähler sind klassenübergreifend maßgeblich für die Gesamtwertung.

Bekannte Strecken und neue Rundkurse auf 112 Wertungskilometern
Die ADAC Rallye Erzgebirge beginnt am 27. März um 17:15 Uhr mit dem Showstart auf dem Marktplatz in Stollberg. Von dort aus geht es zu vier Wertungsprüfungen, unter anderem dem neuen Rundkurs Neukirchen. Am Samstag führt die zweite Etappe ab 08:35 Uhr über anspruchsvolle Passagen im Erzgebirge, wo mit der WP Waschleithe ein weiterer Rundkurs „Erze”-Premiere feiert. Seit Jahren bekannt ist dagegen das unberechenbare Wetter, auf das sich Teams und Fahrer immer wieder einstellen müssen. Der Auftakt der Deutschen Rallye-Meisterschaft endet um 18:46 Uhr auf dem Marktplatz in Stollberg. Vor dieser stimmungsvollen Kulisse und zahlreichen Fans werden die Top-Drei jeder Klasse geehrt.
- Nennschluß 09.03. 23:59 Uhr / 16.03. 23:59 Uhr
- Prädikate/Wertungen: Deutsche Rallye Meisterschaft, ADMV Rallyemeisterschaft, Sächsische Rallyemeisterschaft
- Gesamtstrecke 480,49 km/ davon 12 WP's 116,40 km (Asphalt 107,28/Schotter 9,12)

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