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Erste Rallyes wieder Ende Juli - Anfang August ?

1 werner

Es wird ja vielerorts gemutmaßt, spekuliert, gehofft und herbeigesehnt, daß in absehbarer Zeit wieder Rallyes starten können.
Ist nun eine Rallye 35 oder 70 eine Großveranstaltung (die ja bis 31. August nicht stattfinden dürfen), oder ist es ein DRM-Lauf ? Entscheiden werden das die Politik bzw. die Behörden.
Und damit nicht genug. Der Schlag ins Kontor der Wirtschaft wird wohl die Anzahl potentieller Sponsoren erstmal gegen Null tendieren lassen. Wie hoch ist eigentlich der erforderliche prozentuale Anteil an Sponsorengeldern zur Durchführung einer Rallye ?
Aus meiner Sicht werden Aufwand und damit Streckenlänge, Anzahl der WP's stark reduziert werden müssen, um überhaupt eine Rallye durchführen zu können. Aber selbst der kleinste Rallyesprint mit einer Prüfung, die hin und zurück gefahren wird, ist doch tausendmal besser als das z.Zt. vorherrschende "Abgesagt" oder "Verschoben auf ?"
Rallyes in der bisherigen Form wird es wohl so schnell nicht wieder geben. Das betrifft nicht nur den Breitensport, sondern auch ERC und WRC.
Egal wie, es muß wieder gefahren werden, zur Freude der Aktiven und der Fans.

19.04.2020 23:15

2 Karlheinz Knöll

Hallo Rallyefans

Es häufen sich Spekulationen dass es in Kürze mit dem Rallyesport mit den Umständen entsprechenden Auflagen weiter gehen wird, hierzu habe ich mir mal einige Gedanken gemacht.
Ich wollte ich hätte Unrecht.

Gedanken zur momentanen Situation im Rallyesport


Die Momentane Situation ist eine große Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft, das öffentliche Leben stand vier Wochen weitgehend still. Jetzt arbeitet man daran wieder ein kleines Stück „Normalität“ zu schaffen. Ganz langsam werden Lockerungen in der Hoffnung beschlossen, dass es keine Rückschläge gibt. In der Priorität der Maßnahmen stehen Rallyes erst mal ganz weit hinten an.

So wie es momentan aussieht werden, wenn überhaupt, vor September keine Rallyes mehr stattfinden. Wenn jetzt viele ihren Lauf verschieben wollen dann ballen sich zwangsläufig binnen 3 Monaten die Rallyes im Wochentakt, und das noch in vielen Mehrfachbelegungen.

Eine Rallye steht und fällt mit:
Organisatoren; Genehmigungsbehörden; Sponsoren; Teilnehmern; Mechanikern; Hilfsdiensten, Notärzten und sonstiges med. Personal. Sportwarten/Helfern.

Wie viele Teilnehmer sind letztendlich bei den einzelnen Veranstaltungen am Start?
Welcher Sponsor, möglicherweise selbst auf Staatshilfe angewiesen, hat noch die Möglichkeit um Teilnehmer und Organisatoren zu unterstützen?
Wo bekommt man in der angespannten Situation genügend medizinisches Personal her?
Welche Helfer/Sportwarte können den Mehraufwand in dieser kurzen Zeit stemmen?
Wer möchte sich wöchentlich dem Risiko einer Ansteckung aussetzen?
Wer kann jede Woche unterwegs sein?
Hier sehe ich große Probleme auf die Veranstalter zukommen.

Ein Umdenken ist in Anbetracht der momentanen Situation dringend erforderlich:
Wie mache ich Gemeinden klar, dass ich in diesem Herbst und schon wieder im kommenden Frühjahr eine Straße sperren, oder ein ganzes Dorf von der Außenwelt abschneiden will?
Bekomme ich dieses Jahr überhaupt noch eine Genehmigung? Wenn JA, dann unter welchen Auflagen?
Möglicherweise bleibt nach der ganzen Euphorie von Terminverschiebungen und Abwägungen der Risiken die Erkenntnis, dass es vielleicht besser ist den Lauf für dieses Jahr abzusagen, und somit den finanziellen Schaden und die Gefahr für die Gesundheit auf ein Minimum zu begrenzen. Außerdem könnte auch ausgelotet werden, ob nicht für die bisherigen Auslagen Staatshilfe beantragt werden kann.

Etliche Clubs haben ihre Veranstaltung ersatzlos gestrichen, das ist unter den momentanen Umständen in jeder Hinsicht auch vernünftig.

Auch müsste der DMSB wesentlich mehr Aktivitäten an den Tag legen und wenigstens Empfehlungen geben wie sich die Veranstalter und Fahrer verhalten sollten. Besser noch erst mal bis Anfang September alle bereits erteilten Genehmigungen auf Eis legen, damit hätten Veranstalter und Fahrer wenigstens einigermaßen Planungssicherheit. Auch die Ausarbeitung eines Konzeptes für die Durchführung einer Rallye, falls dieses Jahr noch welche stattfinden sollten, wäre für die Zukunft dieses Sportes hilfreich, denn ein Flickenteppich von Auflagen, welche mehr oder weniger bis gar nicht erfüllbar sind, ist weder hilfreich noch zielführend.
Auch für 2021 müssen wir noch Einschnitte akzeptieren. Hier muss der DMSB seiner Aufgabe als größter Dachverband gerecht werden und endlich aktiv werden.
Konsequent wäre, die Saison für dieses Jahr für beendet zu erklären, eine vernünftige Wertung für die einzelnen Meisterschaften ist, egal ob und wie es weitergeht, sowieso nicht mehr möglich. Ein Konzept für 2021 erarbeiten und mit den Behörden abstimmen. Das gäbe Fahren, Veranstaltern und Helfern wirkliche Planungs- und Rechtssicherheit
Das Angebot einer Terminplattform für das zweite Halbjahr ist hier seitens des DMSB definitiv zu wenig, zumal sich in diesem kurzen verbleibenden Zeitraum, Terminüberschneidungen nicht vermeiden lassen. Die Auswüchse und deren Folgen welche dann möglicherweise entstehen habe ich oben schon erläutert.
Ein kleines Entgegenkommen wäre z.B.: Bisher bezahlte ungenutzte Genehmigungen und Lizenzen für das Jahr 2021 anrechnen.

Machen wir uns nichts vor, der Virus wird angesichts der weltweiten Ausbreitung und des fehlenden Impfstoffes, nicht so schnell verschwinden, wir müssen lernen mit der Situation umzugehen, und die in den letzten Tagen viel propagierte „neue Normalität“ akzeptieren.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, braucht es jetzt allerdings starke handlungsfähige Organisationen welche mit den übergeordneten Behörden entsprechende Rahmenbedingungen aushandeln, damit nicht jeder kleine Verein sich mit seinen örtlichen Dienststellen auseinandersetzten muss.

Außergewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.
Nicht viel wird von unserem gewohnten (Rallye)Alltag übrigbleiben.
Momentan ergibt sich die historische Gelegenheit, dass Verbände welche sich in der Vergangenheit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht wirklich „grün“ waren, an einem Strang zu ziehen.
ADAC, ADMV, AVD, DMSB; NAVC, RSC, und Weitere welche sich um den Rallyesport kümmern, könnten jetzt gemeinsam etwas erarbeiten was die Zukunft des Rallyesports sichern könnte. Getreu nach dem Motto: „Alleine geht’s, aber gemeinsam gehts besser.“

In diesem Sinne bleibt alle gesund, und ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr wieder bei der einen oder anderen Veranstaltung über den Weg laufen.

Karlheinz Knöll
Sportfunkteam Main Spessart e.V.
Funkabsicherung – Streckensicherung – Orgafunk

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27.04.2020 02:50

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